Loading...

Berufsorientierung

///Berufsorientierung
Berufsorientierung2018-09-03T14:30:51+00:00

Berufsorientierung an unserer Schule

1.     Ausgangssituation der Herderschule

Die Schülerschaft der Mittel- und Hauptstufe setzt sich aus Schülerinnen und Schülern der Stadt Darmstadt, des Landkreises Darmstadt-Dieburg, des Odenwaldkreises und des Landkreises Groß-Gerau zusammen. Im Rahmen der Arbeit an der Berufsorientierung sieht sich die Herderschule dementsprechend mit einem großen Einzugsgebiet der Schülerschaft konfrontiert. Dies hat Auswirkungen auf verschiedene Prozesse innerhalb der Berufsorientierung, wie etwa die Auswahl an Kooperationspartnern, Zuständigkeiten anderer Institutionen (z.B. Agentur für Arbeit), Suche und Begleitung von Praktika, sowie Berücksichtigung der unterschiedlichen wirtschaftlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen der Kreise (ländliche Struktur des Odenwaldkreises versus städtisches Umfeld und Einfluss der Metropolregion Rhein-Main in Bezug auf den Bereich Darmstadt und Groß-Gerau).

2.      Schwerpunkte und Standards der Berufsorientierung an der Herderschule

Als einzige weiterführende Förderschule mit den Schwerpunkten Sprache und Hören für insgesamt fünf südhessische Landkreise und die Stadt Darmstadt sieht sich die Herderschule mit besonderen Voraussetzungen für die Entwicklung eines BSO-Konzepts konfrontiert. Das Konzept soll in erster Linie den besonderen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler als auch den unterschiedlichen Lebensräumen, in denen sich die Schülerschaft bewegt, Rechnung tragen.

Spannungsfeld: Zwischen Bildungsstandards der Hauptschule und besonderem Förderbedarf

Innerhalb der Berufsorientierung an der Herderschule sind zentrale Schwerpunkte die Vermittlung von wichtigen Inhalten und Informationen bezüglich der beruflichen Perspektiven nach Erlangen eines (qualifizierten) Hauptschulabschlusses und die Unterstützung der individuellen Entwicklung der einzelnen Schülerinnen und Schüler. Unter anderem durch das Klassenlehrerprinzip soll beidem Rechnung getragen werden. Die Prozesse der Berufsorientierung werden hierbei intensiv begleitet und sollen einer individuellen Betrachtung unterliegen. Hierzu zählt auch ein ständiger Austausch innerhalb des Klassenteams über Entwicklungsschritte sowie über Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler. Die halbjährlich stattfindenden Förderplangespräche  mit Eltern und Schülerinnen und Schülern nehmen in der Hauptstufe zunehmend Themen der Zukunftsplanung in den Fokus und werden gemeinsam analysiert.

Praxisorientierung: Weitreichende Erfahrungen ermöglichen – individuelle Interessen unterstützen

Vielen Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf fällt es schwer die eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen und eigene Stärken und Schwächen zu erkennen und zu benennen. Oft können die Schülerinnen und Schüler daraus resultierend keine klaren Interessen oder gar berufliche Tendenzen entwickeln. Zentrale Aufgabe der Berufsorientierung soll es dementsprechend sein, den Schülerinnen und Schülern vielfältige Erfahrungen in der Berufswelt und Einblick in Tätigkeitsfelder zu ermöglichen. In Projekt- und Praktikumsveranstaltungen in Kooperation mit Betrieben, Handwerks-/Handelskammern und anderen sozialen

Projekten der Jugendarbeit sollen die Schülerinnen und Schüler aktiv in Berufe und Arbeitsfelder Einblicke erhalten und somit Interessen und Kompetenzen präzisieren und reflektieren. Neben dem Kennenlernen weitreichender Bereiche der Berufswelt sollen die Schülerinnen und Schüler zudem ihren bereits entwickelten Interessen und Vorstellungen entsprechend Erfahrungen sammeln. Dies soll im Rahmen von Betriebspraktika geschehen. Die Schülerinnen und  Schüler sollen selbstständig und eigenverantwortlich nach Praktikumsplätzen suchen und erhalten hierbei Unterstützung durch die Klassenlehrerin/den Klassenlehrer. Essentieller Teil der Betriebspraktika ist eine intensive Vor- und Nachbereitung sowie Reflexion der individuellen Erfahrungen.

Praxis und Lebensweltbezug: Aktiv in der Gemeinschaft – verantwortungsvoll handeln

Für viele Schülerinnen und Schüler ist die Auseinandersetzung mit Themen der Berufsorientierung abstrakt und in weiter Ferne. Nicht selten sind sie in dieser Phase ihres Lebens mit anderen, entscheidenden Entwicklungsprozessen beschäftigt. Dementsprechend soll es ein entscheidendes Ziel sein, Angebote zu entwickeln, die einen konkreten Lebensweltbezug haben. Der Raum Schule stellt für viele Schülerinnen und Schüler einen zentralen Lebensmittelpunkt dar. Im Rahmen demokratischer Strukturen zur Mitbestimmung (z.B. Schülervertretung, Stufenversammlungen, Streitschlichter etc.) und Gestaltungsmöglichkeiten dieses Lebensraums (Schülerfirma, Mittagstisch, Kurswahlen etc.) sollen die Jugendlichen auf ein verantwortungsvolles und reflektiertes Leben in der Gesellschaft vorbereitet werden.

3.     Schulinterne Strukturen der Berufsorientierung

Die Herderschule verfügt über einen BSO-Koordinator und eine BSO-Arbeitsgruppe, die sich aus den Klassenlehrern/ Arbeitslehrekräften der Hauptstufe zusammensetzt und in enger Kooperation mit der Stufenleitung arbeitet und Arbeitsinhalte über die Mittel- und Hauptstufenkonferenz ins Kollegium transportiert. Zudem steht der BSO-Koordinator im Austausch mit anderen Schulen der Stadt und des Landkreises, sowie dem Staatlichen Schulamt.

4.     Kooperation mit Eltern in der Berufsorientierung

Im Fokus der Berufsorientierung stehen die Schülerinnen und Schüler, ihre Wünsche, Zukunftsvorstellungen und Interessen. Einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung dieser Vorstellungen hat das familiäre Umfeld der Jugendlichen mit den jeweils individuellen Erfahrungen, Biographien und Vorbildern. Vor diesem Hintergrund ist es unumgänglich auf der Suche nach möglichen beruflichen Perspektiven in einen intensiven Austausch mit den Eltern zu treten.  Das Konzept zur Berufsorientierung an der Herderschule versucht daher, in verschiedenen Bausteinen Schnittstellen zu einer Kooperation mit den Eltern zu etablieren.

Dabei sollen verschiedene Formen der Kooperation Berücksichtigung finden:

  • Informieren und Beraten
  • Individueller und prozessorientierter Austausch
  • Jugendliche und Eltern in Aktion begleiten

Im Folgenden soll auf jene Elemente des Berufsorientierungskonzeptes und seine Bausteine Bezug genommen werden, die explizit eine Zusammenarbeit mit den Eltern in den Fokus stellen.

4.1  Informieren und Beraten:

Um Eltern zu engagierten und kompetenten Partnern in der Berufsberatung ihrer Kinder zu machen sind eine kontinuierliche Informationsweitergabe und Beratung notwendig. Bereits mit Eintritt in die Hauptstufe soll der Grundstein für diese fortlaufende Beratung gelegt werden und die Familien bis zum Abschluss begleiten. Die Teilnahme der Stufenleitung bzw. des BSO-Koordinators wird für die Elternabende je nach Notwendigkeit individuell entschieden. Die Terminierung der Elternabende kann variieren, je nach Schuljahresplan.

4.2 Diese Aktivitäten der Berufsorientierung kommen auf die Schülerinnen und Schüler der Hauptstufe zu

  • Boys- and Girls day
  • Arbeit mit dem Berufswahlpass
  • Methodenkompetenztraining
  • Betriebsbesichtigung HEAG
  • KomPo7
  • BOP-Maßnahme im BTZ Weiterstadt
  • Schülerfirma: Schüler kochen für Schüler
  • Bewerbungstraining
  • Workshoptag in Kooperation mit der Mühltalschule und Gutenbergschule
  • Beratung durch die Reha-Beraterin der Agentur für Arbeit
  • 2 Betriebspraktika in selbstgewählten Betrieben

Aufbau der Stufen und Abteilungen